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Achtung Die Werte-Falle !

12. Dezember 2016 - 9:43

Nein, das ist kein Aufruf Unternehmenswerte und werteorientierte Führung zu diskreditieren.

Andererseits zeigt unsere Erfahrung, dass das Risiko, in die Wertefalle zu tappen für Mitarbeiter und Führungskräfte sehr hoch ist.
Was ist der Hintergrund und wie lässt sich dieses Risiko minimieren?

Jedes größere Unternehmen hat heute Unternehmenswerte definiert und veröffentlicht. Die Erwartung ist, dass diese Werte von allen Mitarbeitern und Führungskräften auch „gelebt“ werden..
Das ist das Ziel, der Idealfall.

Die Spitze des Unternehmens (Vorstände, Geschäftsführer) formuliert das etwa so: 

Unsere Werte bilden für all die unterschiedlichen Charaktere unserer Mitarbeiter  eine verbindliche Handlungsgrundlage“.

Und natürlich ist klar: wer an der Spitze steht hat Vorbildfunktion.

Sehr oft allerdings führen diese Werte im Praxisalltag (unbewusst) in die Werte-Falle.
Warum?.

Die Werte werden eingesetzt, um Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte in einer wahrgenommenen Arbeitssituation unter Verweis auf den entsprechenden Wert zu beeinflussen.
Beispiele: „das war aber jetzt nicht wertschätzend von Ihnen mir gegenüber“; „die da oben sollten das erst mal vorleben, dann…“.

Genau damit aber wird gegen den eingeforderten Wert verstoßen, denn mit solchen Formulierungen (und einer dahinter liegenden Haltung) werten wir den/die angesprochenen ab.
So gesehen besteht aus unserer Sicht die Werte-Falle aus einer Paradoxie:
Wir verstoßen unter unbewusster Verwendung alter Verhaltensnormen gegen die Werte, die wir einfordern wollen.

Lassen Sie mich am Beispiel einer (jahrtausend alten) Verhaltensnorm, die heute noch Gültigkeit besitzt, zeigen, was wir konkret meinen.

Es geht um das Grundprinzip der „Reziprozität“ (Prinzip der Gegenseitigkeit).
Sprachlich  finden wir dieses Verhaltensprinzip wieder in Formulierungen wie
„eine Hand wäscht die andere“ oder „wie Du mir so ich Dir“. Wir fühlen uns schlecht, wenn uns etwas gegeben wird und wir es nicht auf irgendeine Art ausgleichen können, und das eben auch im negativen Sinne.

Nehmen wir den Wert „Wertschätzung“ und das (oft vorkommende) Praxisbeispiel, dass ein Mitarbeiter sich von seinem Vorgesetzten nicht wertgeschätzt fühlt (etwa nach oder in einem Kritikgespräch).

Der Mitarbeiter wird deshalb sehr wahrscheinlich seinen Vorgesetzten abwerten und also auch keine Wertschätzung dieser Person gegenüber zeigen. Er fühlt sich dabei keineswegs schlecht. Die Reziprozität ist gewahrt.
Der Unternehmenswert „Wertschätzung“ aber ist konterkariert.

Sechs weitere Grundprinzipien, die unser Verhalten (oft unbewusst) bestimmen finden Sie bei R.Cialdini – „Psychologie des  Überzeugens“ und für alle lassen sich Praxisbeispiele finden, die die Werte-Falle sichtbar machen.

Ihr Interesse geweckt?

Dann schauen Sie "Die Werte-Falle"

Sie fragen sich, wie denn der Weg aus dieser Werte-Falle aussehen könnte? 

Dieser Weg führt über die gemeinsame Reflexion der Werte und ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und die Entwicklung einer Feedback-Kultur, in der kontinuierlich das individuelle Verständnis der Werte bezogen auf den konkreten Kontext zum Thema gemacht wird.

Und er führt nicht zuletzt  über die Reflexion des eigenen Handelns und der inneren Haltung zu anderen Menschen.

 

Sie möchten mehr darüber wissen? - Sie möchten mehr „gelebte“ Unternehmenskultur im Sinne des wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs?

Sprechen Sie uns an

www.mittelstand-consult.de

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